JazzFest 2003
 
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JazzFest Berlin 2003
Das JazzFest 2003 findet vom 5. – 9. November statt, Hauptspielort wird wiederum das Haus der Berliner Festspiele sein. Es beginnt mit einem theatralischen Auftakt. La Grande Illusion nennen 12 Musiker der ARFI (Association à la Recherche d'un Folklore Imaginaire) aus Lyon und ein Zauberer ihre Suche nach der imaginären Folklore mit der ganzen Poesie, dem Humor und der Magie, die dem Jazz innewohnen können.

Es wird einen japanischen Schwerpunkt geben, der in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Trompeter Jun Miyake aus Tokyo entwickelt wurde. Dieser wird auch mit seiner eigenen Band erstmals in Europa auftreten.

Peter Schulze, ehemaliger Musikchef von Radio Bremen 2 und neuer Künstlerischer Leiter des JazzFest Berlin legt in diesem Jahr Wert auf eine Konzentration kleinerer Formationen im Dialog. Mehr braucht es auch notwendigerweise nicht für einen intensiven musikalischen Austausch, für eine reiche musica povera. Beispielgebend sei hier das in Frankreich lebende tunesisch/algerische Duo „DuOud“ genannt, das gerade für den prestigeträchtigen BBC Radio3 Award for World Music nominiert war.

Überhaupt muss von einem sehr offenen Begriff von Jazz ausgegangen werden, so Schulzes Prämisse. Denn schließlich war Jazz von Anfang an das Resultat von Akkulturation. Und dazu gehört, dass er bei jedem neuen, auf den ersten Blick überraschenden Resultat mindestens einmal totgesagt wird. Aber:
Jazz is not dead, it has only moved to Europe.
Es wird beim JazzFest viel aktuelle Musik als Ausdruck transkultureller Mischformen mit stark individuell geprägten Spielweisen zu hören sein, wie sie sich gegenwärtig besonders in Europa als einem Kontinent mit hoher Migration entwickelt.
Neue Musik aus dem alten Europa sozusagen.

Und:
„Die Musik, die ich nach dem Abendessen höre, ist keine Erlösung von der Stille, sondern so etwas wie ihre Konkretisierung. Wenn ich jeden Abend ein, zwei Stunden lang Musik höre, beraubt mich das nicht der Stille – vielmehr ist diese Musik die Verwirklichung der Stille.“
(Philip Roth in: Der menschliche Makel)

Wie klingt Stille in einer Metropole?

Wie kann Unhörbares hörbar gemacht werden?

Fragen über Fragen.

Einige Antworten demnächst in diesem Theater.