| English version |
||||
|
Sonntag, 4. November 2001 |
||||
|
Programm |
||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
11.30 Uhr |
|
|||
| Von Hans-Christian Andersens Schneekönigin geht ein eisiger Zauber aus. Das Ensemble um Dietmar Mues und Thomas Ågergaard übersetzte das Märchen in einen Komplex aus Stimme, Jazz-Quartett und Licht. Mit tänzelnden Flötenmotiven gelingt es Ågergaard, die kristalline Bedrohlichkeit, aber auch die verklärende Anziehungskraft des Schnees hör- und fühlbar zu machen, dass es einen friert. Mühelos und vor allem ohne didaktische Hintergedanken spielen sich die Musiker in die Faszination und Imagination der Kinderperspektive, die sie auch dem erwachsenen Zuschauer wiederentdecken. Dietmar Mues verleiht der Aufführung mit seiner variantenreichen Stimme und seiner verblüffenden Improvisationsfähigkeit Plastizität und Magie. | ||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
15 Uhr |
Palle
Mikkelborg Group (Denmark)Palle Mikkelborg trumpet, keyboards Helen Davies harp, keyboards Mikkel Nordsø guitar Moussa Diallo bass, vocals Klavs Mentzer drums
|
|||
| Was wäre der Jazz in Europa ohne Palle Mikkelborg? Ärmer! Der 58-jährige dänische Trompeter verstand Jazz stets als Hybrid aus verschiedensten gleichwertigen Traditionen unter Einbeziehung der Errungenschaften von Klassik und Neuer Musik. Indem er der elektrischen Trompete einen bis dahin nicht für möglich gehaltenen persönlich warmen Sound entlockte, empfahl er sich nicht nur als Solist für Gruppen von Gil Evans, George Russell oder Terje Rypdal, er krönte seine Laufbahn mit der Komposition und Produktion des Albums Aura für Miles Davis. In Mikkelborgs eigenen Bands fließen all seine Erfahrungen als Interpret und Produzent, als Improvisator und Komponist, als Traditionalist und Visionär, als Gentleman und Abenteurer zusammen. Palle Mikkelborg ist ein Konservativer im progressivsten Sinne und zugleich einer der letzten Weisen des europäischen Jazz. | ||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
15 Uhr |
Virpi
Pahkinen - Peter Kowald Infos:
|
|||
| Die ausdrucksstarken Bewegungsabläufe der schwedisch-finnischen Tänzerin Virpi Pahkinen sind Musik für die Augen. Mag ihre einzigartige Gelenkigkeit im ersten Augenblick schockieren, setzt ganz schnell zügellose Faszination für die Geschmeidigkeit ihrer zu jedem Zeitpunkt äußerst kontrollierten Körpersprache ein. Tanz weniger als Prozess denn als veränderlichen Zustand begreifend, wirkt die Choreographin wie eine lebende Skulptur. »Ihr Körper ist ein Kunstwerk, ein dreidimensionales, sich ständig veränderndes Bild plastischer Schönheit« (The Ottawa Citizen). Ihre physischen Transformationen sind hochgradig kontemplativ, als würde sie sich häuten, läutern, den Aggregatzustand wechseln, stumme Beschwörungsformeln ausströmen. Ihr Partner in Berlin ist Bassist Peter Kowald aus der Pina Bausch-Stadt Wuppertal, am Bass ein ausgewiesener Experte im Kampf gegen die Schwerkraft. | ||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
15 Uhr |
Infos:
|
|||
| Für
die dänische Sängerin Cæcilie Norby macht es keinen Unterschied,
ob sie Cole Porter, Burt Bacharach, Lalo Shiffrin, Wayne Shorter, Sting
oder David Bowie singt. Ihr Vater ist ein anerkannter Komponist, ihre Mutter
Opernsängerin. Es geht die Legende, dass die einzige Platte mit rhythmischer
Musik, die es im Hause Norby gab, ein Album von Nancy Wilson war. Umso erstaunlicher
ist der rhythmische Biss, mit dem die heute 37-jährige ihre alten und
neuen Lieblingssongs interpretiert. Die unterschiedlichsten Erfahrungen von Theater über Rock und Funk bis Klassik unterstützten Cæcilie Norbys Sinn für Song-Dramaturgie. Ihre mit Gästen wie Joey Calderazzo, Terri Lyne Carrington sowie Michael und Randy Brecker für Blue Note eingespielte My Corner Of The Sky betitelte zweite Solo-Platte zeigt die Sängerin als geschmackssichere Wanderin auf dem Grat zwischen Jazz und Pop. |
||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
Jens
Thomas (Deutschland) |
||||
| Lange gab es keinen deutschen Jazz-Pianisten, der bei der internationalen Kritik ein Reaktionsspektrum von Begeisterung bis Sprachlosigkeit ausgelöst hat. Dann kam Jens Thomas. Was der aus Hannover stammende »Jimi Hendrix des Flügels« (Kölner Stadtanzeiger) spielt, spielt er mit Inbrunst. Seit seinen Triocolor-Tagen hatte er sich in die Ohren und auf die Notizblö-cke der Festivalmacher gespielt. Der eigentliche Quantensprung in die künstlerische Eigenständigkeit gelang ihm mit seinem Solo-Album Endlich Allein. Jens Thomas bringt einen unverstellten Sinn für deutsche Romantik, mediterranen Esprit und amerikanisches Jazzflair zu einer Verbindung, die man so noch nicht gehört hat. Der Kritiker Ralf Dombrowski brachte es auf die denkbar knappste Formel: »Er ist jung. Er ist gut.« | ||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
20 Uhr |
|
|||
| »Marilyn is like the wind, you know, always moving, moving...« (Jan Garbarek). Es gibt vieles, was wir Miles Davis zu verdanken haben. Neben der Freilegung unzähliger Bewegungsmöglichkeiten im weiteren Umfeld des Jazz entdeckte er uns auch die Perkussionistin Marilyn Mazur. In New York geboren, lebt Marilyn Mazur seit frühester Kindheit in Dänemark. Zur Musik kam sie über den Umweg des Balletts. Seit Jahren eine feste Größe in der Band Jan Garbareks, bringt sie in der Gruppe Future Song ihre eigene musikalische Philosophie auf den Punkt. »Es ist nicht beabsichtigt, dass die Musik poliert, perfekt oder vollendet erscheint, sondern eher wie ein lebender Organismus, der sich durch Dramatik und unbekannte Wege ausdehnt in offene Strukturen, die es den Musikern auch als Zuhörern erlauben, ihre eigenen Erfahrungen mit dem Labyrinth zu machen.« (Marilyn Mazur) | ||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
20 Uhr |
Infos: |
|||
| Mit den beiden Altmeistern der norwegischen Jazzszene Terje Rypdal und Arild Andersen, die schon an Jan Garbareks bahnbrechender CD Afric Pepperbird beteiligt waren, und dem jungen Drummer Patrice Héral gelangt Trompeter Markus Stockhausen in musikalische Zwischenwelten. Obwohl Stockhausen jede Funktionsaufteilung in der Band bestreitet und die auf ECM erschienene CD des Quartetts von atemberaubender Geschlossenheit ist, offenbaren sich bei der Performance von Karta sehr unterschiedliche Charaktere. Der Trompeter ist für die Sphärik zuständig, Andersen sorgt in seiner überlegt ruhigen Art für das Jazz-Flair, Héral steuert den World Beat bei und Rypdal würzt das Ganze mit einem Schuss rockiger Bösartigkeit. | ||||
| Sonntag, 4. November 2001 | ||||
|
22.30 Uhr |
Roy
Hargrove Group (USA)Roy Hargrove trumpet Justin Robinson alto sax Larry Willis piano Dwayne Burno bass Willie Jones III drums |
|||
| Von
allen Trompetern unter den Young Lions ist Roy Hargrove der
flexibelste. Sein singender Ton kommt von tief innen, direkt aus der Seele.
Hargrove gilt als herausragender Interpret von Standards, die er stets mit
seinem warmen, nachdenklichen, direkt dem Blues entlehnten Ton zu eigenständigen
Schöpfungen macht. Bei aller Freiheit der Interpretation und Improvisation
behält er jedoch stets den Song im Blick. Mit ganzen 24 Jahren spielte er ein Album mit so namhaften Gästen wie Joe Henderson, Johnny Griffin, Stanley Turrentine und Branford Marsalis ein. Hargrove formuliert die Tradition weiter, ohne je altmodisch zu klingen. Trotz aller Erfolge, die ihm mit kraftvollen Hardbop-Adaptionen und kubanischer Power-Musik zuteil wurden, liegt seine wahre Stärke in den Balladen. Der emotionale Gehalt seines Spiels macht ihn zu einem der bemerkenswertesten Jazz-Trompeter unserer Zeit. |
||||
|
Adressen der Veranstaltungsorte
|
||||
|
|
||||
|
Stand: 5. November
2001
|
||||
![]() © Berliner Festspiele GmbH Letzte Änderung: 5. November 2001 |
||||